Letztens traf ich den Herrn der Plassenburg von Kulmbach, den Kastellan oder
Burggrafen Harald I, genannt der Starke. Ein Burggraf ist so eine Art
Schlossverwalter der Burg, zuständig für alles, von Adel und Hüter der Burg,
wenn
der Burgherr, der König, Kurfürst, Kaiser etc. nicht zuhause sind. Er ist auch
dafür zuständig, dass bei Anwesenheit der hohen Herrschaften alles läuft und
für alles gesorgt ist. Mit diesem hohen Amte tritt er in die Fußstapfen derer
von Hohenzollern, die ihre Karriere von der Schwäbischen Alb gen Osten als
Burggrafen der Kaiserburg in Nürnberg begannen und als Kaiser von Deutschland
Jahrhunderte später in Berlin beendeten, bevor sie heute nun nur noch „von
Hohenzollern“ heißen und wir keine Kaiser und Könige in Deutschland mehr haben.
Auf der Plassenburg spielten sie auch mal eine wichtige Rolle.
Was aber ist ein Kurfürst? Ein Kurfürst ist nicht, wie es der Titel vielleicht
suggerieren könnte, ein Fürst, der zur Badekur weilt, sondern einer der
Fürsten, die das Recht hatten, den deutschen Kaiser zu wählen, ein Amt und
Titel, das nicht durch Erbfolge automatisch auf den ältesten Sohn überging wie
z.B. die Königswürde. Wie die KURie in Rom den Papst wählt, so KÜRten die
KURfürsten den neuen Kaiser, wählten ihn also aus ihrer Mitte.
Im Februar 1807 war das Zerstörungswerk so gut wie vollbracht, alle Waffen
waren in andere bayrische Festrungen verbracht worden und das wertvolle Archiv
ins katholische Bamberg, wo es heute einen Grundpfeiler des Staatsarchivs
bildet.
Lediglich die Ahnengalerie wurde laut Kapitulationsvertrag von 1806 nach Berlin
gebracht.
Heute beherbergt die Burg das Landschaftsmuseum Obermain, ein weit über die
Grenzen Frankens hinaus bekanntes Zinnfigurenmuseum, das "Armeemuseum Friedrich
der Große" und das neue Museum „Hohenzollern in Franken“, dazu ein kleines Café
mit Museumsshop im schönen Hof, wo es im Sommer auch verschiedene Events und
Konzerte gibt, die bekannt sind für das schöne Ambiente und die gute Akustik,
sowie gleich am Eingang zur Burganlage die Burgschänke mit passenden Gerichten
und Aussichtsterrasse auf die Stadt und das Weißmaintal. Führungen im Innern
und in den Außenlagen der Burg werden natürlich ebenfalls angeboten. Und damit
schließt sich der Kreis: diese können bei unserem bereits zu Beginn erwähnten
Harald I, dem Starken oder natürlich jedem der anderen kompetenten Führer der
Burg angemeldet werden unter der
Wie gelangt man zur Burg?
Alle drei Wege führen zu einem großen Tor, durch das man in den großen Burghof
gelangt. Links befindet sich die Burgschänke. Der Hof wird gebildet aus einer
weiteren Gebäudefront und wurde als Exerzierplatz für die Soldaten genutzt, die
hier zum Schutze der Burg stationiert waren. Rechts führt eine kleine Straße
weiter bergauf zu einem großen, runden Platz, von dem aus man wieder einen
gigantischen Blick auf die Stadt und den gegenüberliegenden Rehberg hat. Von
hier aus bekommt man auch einen ersten Eindruck, in welch wunderschöner Natur
die Burg am Waldrand und gleich über der Stadt liegt. Die Wälder dahinter
scheinen sich endlos auszudehnen.