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St. Nikolauskirche
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Dies ist mir in der ganzen Gegend hier aufgefallen und kam mir sehr befremdlich
vor. Ich denke aber, dass sich dies aus der Geschichte des Fichtelgebirges
erklären lässt.
da die Reformation ja erst später stattgefunden
hat, und zwar als 1528 Markgraf Georg der Fromme sie im gesamten Fürstentum
Brandenburg-Kulmbach einführte. Die nächsten Kirchendokumente von 1577 sprechen
von einem Brand, der den gesamten Markt inklusive Kirche, Rathaus und Schule,
die sich damals im Rathaus befand, einäscherte. Rechts auf dem Foto sieht man,
wie nah Kirche, Rathaus und rechts hinter der Kirche das Pfarramt zusammen
liegen.
Ich vermute nun, dass der Name der Kirche der ursprüngliche Name der Kirche
ist, die der Sage nach von drei Notthafft-Fräuleins gegründet worden war, die
hier ein Burghaus bewohnt und die Stelle dotiert hatten. Aus historischer Sicht
könnte die Gründung auch noch auf die Slawenmissionierung um das Jahr 1000
zurück gehen. Marktleuthen lag aufgrund der strategisch günstigen Lage an der
Egerfurt, an einer wichtigen Handelsstraße, die schon früh durch Burggrafen
bewacht worden war. Der heilige Nikolaus ist u.a. der Schutzpatron der
Händler. Nachdem die Kirche nun einmal einen Namen hatte, hat man diesen wohl
nach der Reformation nicht mehr geändert - wie so viele im Fichtelgebirge.
Lediglich die der Jungfrau Maria gewidmeten Kirchen erhielten einen neuen
Namen, da die Reformation ja besonders bestrebt war, den Marienkult, der ihrer
Auffassung nach der biblischen Überlieferung absolut widerspricht, auszurotten.
brannte der ganze Markt ab. Über diese Renovierungsarbeiten gibt es noch
detailleirte Rechnungen, so dass sich der mehrere Jahre dauernde Wiederaufbau
sehr gut rekonstruieren lässt.
Die erste Orgel erhielt unsere Kirche im Jahre 1655. Der Erbauer, Matthias
Tretzscher aus Kulmbach, erhielt dafür ein Schaf und neun Pfund Flachs plus 15
Gulden für den Orgelankauf. Als er dann kam, erhielt er für 6 Kreutzer
ranntwein, 8 Maß Bier und für 3 Kreutzer Brot. Als die Orgel fertig war,
bezahlte man ihn mit weiteren 2 Gulden 27 1/2 Kreutzernfür eine halbe(!!!!!!!)
Mahlzeit und 1 Gulden 21 Kreutzer Zehrgeld für den Heimweg. Da es die Autobahn
noch nicht gab, war er wohl etwas länger unterwegs als wir heutzutage.
Das Orgelprospekt gestaltete der Marktleuthener Bildschnitzer und spätere
Orgelbauer Matthes Purucker. Ab 1659 erhielt zunächst der Schulmeister ein
regelmäßiges "Gehalt" von 45 Kreutzern jährlich für's "Orgelschlagen". 1678
führte Veit Purucker die erste Reparatur aus.
Orgelbaumeister war H. Georg Wiegleb, "priviligierter Hof-Orgelbauer zu
Bayreuth". Der damalige Kirchenvorsteher war der "Rathsfreund und Fleischhacker
Meister H. Georg Christian Wunderlich", der jüngste Vorsteher H. Andreas
Kispert, ebenfalls "Rathsfreund und Fleischhacker Meister". Der Meister, der
für Mauerwerk und Stuckarbeiten verantwortlich war, hieß Johann Adam
Wunderlich, die beteiligten Schreinermeister hießen Georg Purucker und Michael
Stöhr, der "Zimmer Meister" Johann Matthias Schmeißner und der "Schmidt
Meister", also der Schmied Johann Matthias Bencker. Vielleicht erkennt die eine
oder der andere ja die eigenen Vorfahren wieder.
Die Orgel wurde nicht verändert. Sie wurde in dem Stil belassen, wie der
Bildhauer Joh. Konrad Sengenberger aus Schwarzenbach an der Saale sie im
ausgehenden Rokoko und beginnenden Klassizismus mit den verspielten
Blumenornamenten aber auch schon strengen Linien des neuen Stils geschnitzt
hatte.
Früher, in den alten Zeiten, als die meisten Menschen noch vom Brote ihrer
Hände Areit lebten, konnte kaum jemand lesen und schreiben. Diese Kunst wurde
den Gelehrten überlassen, und in der Schule lernte man vor allem, ein guter
Christ zu sein. Um den Menschen das Evangelium nahe zu bringen, gab es jeden
Sonntag den Gottesienst,und ansonsten war man zur Gedächtnisstütze auf Bilder
angewiesen. Und so wurden also wichtige Episoden aus der Bibel in Gemälden
festgehalten.
Die jetzige Holztäfelung stammt aus dem Jahre 1718 und ersetzte
die vorherige hölzerne und mit Pflanzenranken, stilisierten Rosenblüten und
Engelsköpfen bemalte Kornährendecke, die sich noch heute unter den Holztafeln
befindet und die im jetzigen kleinen Vorraum der Kirche sichtbar gemacht wurde.
Hier heilt Jesus laut Beschriftung über dem Bild eine Frau von 12 Jahren Blutfluss. |
Jesu Kreuzigung |
Die Jünger erkennen den auferstandenen Jesus nicht: Emmausgang. |
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Die Kanzel, von der das Wort Gottes auch heute noch gepredigt wird, stammt aus
dem Jahre 1641. Eine Inschrift von 1617 besagt:"Selig sind, die Gottes Wort
hören und bewahren." Erstellt wurde er von den Egerer Stadtschreinern und
Bildmachern Gebrüder Eck, die anscheinend ihre ganze Verwandtschaft in den
Köpfen verewigt haben. Jedenfalls fand man bei der Renovierung von 1935 lauter
Namensbezeichnungen mit "Eck". Mit einigen kleinen Veränderungen hat sie bis
heute überlebt. Der Schalldeckel jedoch stammt aus dem Jahre 1935.
Von Peter Flötner aus Nürnberg stammen die für eine Kirche ganz ungewohnten Schnitzbilder am Kanzelaufgang, die die vier griechischen Musen Erato, Terpsichore, Melpomene und Polyhymnia darstellen. |
Bis zum Jahre 1780 gab es allerdings auch in Marktleuthen einen Taufstein mit
Deckel. Erst jetzt wurde der Taufengel angeschafft, zu dem Georg Burucker eine
Taufschale aus Zinn anfertigte. Der eiserne Ring unseres Engels wurde 1935 im
Zuge der Kirchenrenovierung entfernt.
Auf dem oberen Bild wird die Heilige Dreifaltigkeit, also Vater, Sohn und
Heiliger Geist, dargestellt, auf dem unteren das letzte Abendmahl. Die Engel
des oberen Bildes erscheinen auf der Rechnung von 1702.
zufrieden
sein konnten, da sie alle
vorherrschenden
religiösen Bedürfnisse berücksichtigte, und verbot daraufhin
alle
"Ketzereien", die vom "wahren Glauben" abwichen. Dass dabei die heiligen
Schriften auch ein wenig passend gefälscht wurden, ist erst so nach und nach
publik geworden, so im letzten Jahrhundert vor allem. Auf jeden Fall waren nun
alle glücklich und zufrieden, und keiner muckte mehr auf. Was will man mehr,
wenn man als Kaiser seine Ruhe haben will? und wie praktisch, dass Jesus alle
Schuld auf sich nahm! Da konnte man ja herrlich und in Freuden sündigen -
allein schon, damit Jesus nicht umsonst gestorben ist ...
Mehr dazu gibt es auch hier:
Maria Magdalena
auf verschiedenen Abendmahlsbildern oder
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in der Suchleiste "Marktleuthen" eingeben. Und los geht's! |
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Hier noch mehr Interessantes und Wissenswertes zur Kirchengeschichte und zu
...
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...Maria Magdalena:
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